Praxisbeispiel Mutter-Kind-Zeit

Wie Weleda werdende Mütter unterstützt

Seit der Gründung im Jahr 1921 legt Weleda grossen Wert auf die soziale, umweltgerechte und wirtschaftliche Verantwortung über alle Unternehmensbereiche hinweg. Mit dem jüngsten Angebot für werdende Mütter macht Weleda auch die Schwangerschaft zum Thema. Was die «Mutter-Kind-Zeit» bedeutet, erklärt Andrea Kurz, Head Human Resources Weleda Group, im Gespräch.

Was bedeutet das Angebot «Mutter-Kind-Zeit» konkret?

Für Weleda ist Fürsorglichkeit respektive «Care» ein zentraler Wert. Wir begleiten unsere Mitarbeitenden und schaffen geeignete, lebensphasenorientierte Rahmenbedingungen zur Förderung von Leistungsfähigkeit und Resilienz. Fürsorglichkeit ist gerade in der Schwangerschaft besonders wichtig. Die neue Mutter-Kind-Zeit bietet werdenden Müttern die Möglichkeit, vor der Geburt bis zu 6 Wochen bezahlten Urlaub wahrzunehmen.

Mit diesem Angebot nehmen Sie eine Vorreiterrolle in der Schweiz ein. Ein bewusster Schritt für ein familienfreundliches Unternehmen oder gab es einen konkreten Bedarf?

Eine konkrete Nachfrage gab es zu diesem neuen Angebot nicht. Für uns ist das eine Haltungsfrage und hat natürlich auch damit zu tun, dass das Thema Familienfreundlichkeit für uns ein wichtiges Thema ist. Weleda engagiert sich hier proaktiv.

Was ist der Hintergrund?

Aus medizinischer Sicht ist Schwangerschaft natürlich keine Krankheit, sondern eine besondere Lebenslage. Wir wollen dieser besonderen Lebenslage Rechnung tragen, ohne dass sich die werdende Mutter krankschreiben lassen muss.

Wie stehen Sie zum Begriff Mutterschaftsurlaub? Um einen Urlaub geht es ja nicht.

Da bin ich vollkommen bei Ihnen. Worte schaffen auch Vorstellungen. Aus meiner Sicht wäre es tatsächlich begrüssenswert einen passenderen Begriff für diese Lebensphase zu finden. Ich finde den Begriff Elternzeit sehr passend.

Interessant ist die Zeit für junge Mütter auch nach dem Mutterschutz. Bietet Weleda hier Modelle wie flexible Arbeitszeiten?

Wir haben einen sehr grossen Anteil an Mitarbeitenden in Teilzeit. Dieses Angebot nehmen Frauen – und Männer! – zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf wahr. So kam gerade in meinem Team eine der HR Business Partnerinnen nach einem Jahr Familienphase in Teilzeit in ihre Aufgabe zurück.

Was tut Weleda, um junge Mütter längerfristig im Unternehmen zu halten?

Wir fördern berufliche und persönliche Entwicklung in jeder Lebensphase. Gemeinsam gilt es, individuelle Anliegen wie unternehmerische Wertschöpfung gleichermassen im Blick zu behalten. Das fängt ganz konkret bei Arbeitszeit und -ort an. Mitarbeitende und Führungskräfte vereinbaren individuell die Arbeitszeitmodelle und Home Office-Möglichkeiten. Für sinnvolle Lösungen braucht es bei allen Beteiligten Selbstverantwortung, Wohlwollen und Kreativität.